Sicher unterwegs

13 Tipps für mehr Sicherheit auf Tablet und Smartphone

G DATA Ratgeber

Wir nehmen es mit in den Urlaub, manch einer sogar mit ins Bett: Wer sein Smartphone oder Tablet nur selten aus der Hand legt, bei dem häufen sich schnell Apps, Fotos, Videos und Nachrichten auf dem mobilen Gerät. Doch während das Smartphone äußerlich meist sorgfältig in Schutzhüllen und Taschen verpackt wird, sind die darauf befindlichen Daten in der Regel kaum geschützt. In unserem Ratgeber erklären wir Ihnen, wie Sie eine virtuelle Schutzhülle für Ihr mobiles Gerät erschaffen.

Telefon verriegeln: PIN statt Wischmuster

Der erste und grundlegendste Schritt zu mehr Sicherheit ist eine PIN oder eine andere Form von Sperr-Code für den Bildschirm. So verhindern Sie, dass andere ungefragt auf Ihr Smartphone zugreifen können. Schon mit einer vierstelligen PIN machen Sie es neugierigen Menschen schwer: Bis alle 10.000 Kombinationsmöglichkeiten durchprobiert sind, dauert es eine ganze Weile. Zudem erlauben viele Betriebssysteme nur eine begrenzte Anzahl von Versuchen. Wird diese überschritten, löscht das System zur Sicherheit alle Daten vom Gerät. Wischmuster haben den Nachteil, dass sich das Muster irgendwann in dem von der Haut abgegeben Talg auf dem Display gut erkennen lässt. Setzen Sie deshalb lieber auf eine PIN oder reinigen Sie ihr Display regelmäßig.

Smartphone und Tablet sofort updaten

Wie auch für den PC gilt: Updates sind das Fundament der eigenen Sicherheit. Egal ob Kalender-App, Game oder Notiz-Programm. Selbst in der besten Software klaffen manchmal Sicherheitslücken. Damit Kriminelle diese nicht ausnutzen können, um sich in Ihr System zu hacken, sollten Sie sowohl Ihr Android- oder iOS-Betriebssystem als auch die einzelnen Apps regelmäßig auf den neuesten Stand bringen.

Schadcode abwehren: Sicherheitsprogramme nutzen

Und auch diesen Tipp kennen Sie bereits von Ihrem Computer: Längst gibt es auch für mobile Gräte allerhand Schadsoftware. Damit sich Viren, Trojaner und Ransomware nicht auf Ihrem Smartphone oder Tablet tummeln, sollten Sie eine Sicherheitslösung installieren. Die meisten Schutzprogramme bieten eine ganze Reihe von zusätzlichen Funktionen, die Ihnen helfen ein verlorenes Gerät wiederzufinden, die darauf gespeicherten Daten aus der Ferne zu löschen oder bestimmte Kontakte zu blockieren.

Sicher einwählen: VPN Tools helfen

Wenn Sie unterwegs sind, ist es verlockend, sich in das WLAN im Café oder Flughafen einzuloggen. Für Neugierige mit etwas Fachwissen und/oder Tools ist es jedoch möglich, Ihre Daten abzugreifen. Wenn Sie auf Gratis-Netzwerke nicht verzichten wollen, nutzen Sie ein VPN-Modul. Dieses verschlüsselt Ihre Daten und überträgt sie durch einen virtuellen Datentunnel, so dass sie für Fremde nicht lesbar sind. In unserem Ratgeber erfahren Sie, wie ein solches VPN funktioniert.

Backup anlegen

Gerade auf dem Smartphone sammeln sich private Fotos und Nachrichten, die Ihnen am Herzen liegen. Schützen Sie diese Daten, indem Sie regelmäßig ein Backup anlegen. Dabei werden Ihre Videos und Notizen auf einen externen Server oder auf Ihren Computer geladen und dort gespeichert. An diesem Ort sind Ihre Daten auch dann in Sicherheit, wenn Sie Ihr Gerät verlieren sollten.

Apps überprüfen: Rechte einschränken

App ist längst nicht gleich App. Vor allem Gratis-Apps bezahlen Sie oft mit Ihren persönlichen Daten. Muss ein Spiel wirklich wissen, wer alles in Ihrem Adressbuch steht? Installieren Sie nur Apps, mit deren Berechtigungen Sie einverstanden sind. Doch auch wenn Sie Ihre Daten nicht freiwillig an eine App weitergeben, können die kleinen Programme ein Risiko für Ihre Sicherheit sein. Laden Sie deshalb Apps nur aus den offiziellen App-Stores herunter. So reduzieren Sie die Gefahr, dass Sie mit manipulierten Programmen unbemerkt auch Schadsoftware herunterladen. Mit manchen Sicherheitslösungen können Sie auch bereits installierte Apps nicht nur auf deren Sicherheit überprüfen, sondern auch einsehen, was die App alles von Ihnen verlangt.

Bei Verlust: Schaden begrenzen

Falls Sie Ihr Mobilgerät verlegt haben oder es gestohlen wurde, helfen Ihnen zuvor installierte Programme dabei, das Gerät zu orten und im Notfall die darauf befindlichen Daten zu löschen. Das bringt zwar nur selten das Gerät zurück, aber immerhin bleiben Ihre Daten sicher vor neugierigen Blicken.

Besonnen surfen

Viren, Würmer und Trojaner können Sie sich versehentlich auch mit Ihrem Smartphone oder Tablet herunterladen. Klicken Sie deshalb nur mit Bedacht auf Links zu unbekannten Seiten. Löschen Sie außerdem Mails oder SMS, deren Absender Sie nicht kennen oder in denen Ihnen Gewinne versprochen werden. Auch Nachrichten die zwar so aussehen als seien Sie von Ihrer Bank oder einer Ihnen bekannten Internetplattform, die aber vor Rechtschreib- und Grammatikfehlern nur so wimmeln, gehören in den digitalen Papierkorb. Öffnen Sie keine Anhänge aus einer solchen Nachricht und klicken Sie nicht auf eventuell darin eingebaute Links.

Messenger: Sicher chatten

Eine der am häufigsten verwendeten Funktionen auf mobilen Geräten sind Chat-Apps. Bei diesen Diensten sollten Sie sich darüber informieren, in welchem Land die Server stehen, auf denen die Daten abgelegt werden. In vielen Ländern außerhalb von Deutschland lassen die Datenschutzgesetze es zu, dass Dritte unter Umständen auf Ihre Nachrichten und versendeten Fotos zugreifen dürfen. Entscheiden Sie sich zudem für Messenger, die alle übertragenen Daten verschlüsseln. So können Hacker Ihre Gespräche nicht mitlesen.

Geheimnisse bewahren

Smartphone und Tablet sind vor allem eins: mobil. Doch nicht jeder sollte wissen, dass Sie gerade unterwegs und nicht zuhause sind. Urlaubsfotos oder Ihren Standort öffentlich, zum Beispiel auf Facebook, zu teilen kann gefährlich werden: Kriminelle nutzen die sozialen Medien, um herauszufinden, wo ein Wohnungseinbruch leichte Sache sein könnte.

Vorsichtig bleiben

Denken Sie nach, bevor Sie einen Kettenbrief weiterleiten. Immer wieder tauchen tauchen in den sozialen Medien oder in Chat-Apps so genannten Hoaxes auf. Jemand schickt Ihnen per Messenger eine Nachricht mit einer Warnung vor einem bestimmten Kontakt. Oft befindet sich in solchen Nachrichten ein Link, der Sie zu einer gefährlichen Webseite führt. Klicken Sie nicht auf den Link. Kopieren Sie stattdessen lieber einen Teil der empfangenen Nachricht in Ihre bevorzugte Suchmaschine und kontrollieren, ob es dazu schon Meldungen gibt. Auf diese Weise erkennen Sie meist zügig, dass es sich um einen Betrugsversuch handelt, den Sie nicht an Ihre Freunde und Bekannte weiterleiten sollten.

Aufladen

Wer sein Smartphone gerne und oft nutzt, der muss dieses regelmäßig aufladen. Nutzen Sie dafür am besten das klassische Ladekabel für die Steckdose. Beim Laden über den USB-Port eines fremden PCs kann der Besitzer auf die Daten Ihres Telefons zugreifen. Auch öffentliche USB-Ladestationen können riskant sein: Angreifer bauen diese mittlerweile professionell nach, um an Ihre Daten zu gelangen.

Abschalten

Wie so oft im Leben ist es auch mit Blick auf Ihre mobilen Geräte ratsam, einfach mal abzuschalten. Wenn Sie Schnittstellen wie WLAN, Bluetooth oder NFC (Near Field Communication) nicht deaktivieren, ist es für Angreifer möglich, sich darüber Zutritt zu Ihrem Smartphone oder Tablet zu verschaffen. Wenn Sie das Haus verlassen, sollten Sie das WLAN abschalten und auch Bluetooth und Co. nach dem Gebrauch deaktivieren. 

Sicherheit für mobile Geräte liegt bei jungen Menschen voll im Trend: Ob Virenscanner oder Bildschirmsperre, über 92 Prozent der 16- bis 24-Jährigen tun etwas für die Sicherheit von Smartphone und Tablet.  Im Vergleich dazu ist die Gruppe der 55- bis 64-Jährigen deutlich unvorsichtiger. Über 30 Prozent verwenden keine der Sicherheitsfunktionen. Ihre Smartphones und Tablets lassen sich von jedem Menschen problemlos entsperren. Und auch Schadsoftware hat leichteres Spiel.

Während die Mehrheit der jungen Menschen weiß, dass im Smartphone persönliche Kontakte gespeichert sind, glauben nur gut 15 Prozent der 55- bis 64-Jährigen, dass das Gerät Informationen über Hobbys und Interessen besitzt. Fotos, Nachrichten und Zugangsdaten sind also bei Jugendlichen besser geschützt als bei älteren Menschen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Online-Befragung des Marktforschungsinstituts TNS Infratest GmbH im Auftrag des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). 

Von Dr. Ines Maria Eckermann
Online-Redakteurin

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