Was ist eigentlich ein Hoax?

G DATA Ratgeber

Haben Sie eine solche Nachricht auch schon einmal bekommen? "Ein Virus steckt Ihre Festplatte in Brand." "Mark Zuckerberg verschenkt sein Vermögen." "Nur, wenn Sie diese Info weiterleiten, können Sie Ihren Messenger auch in Zukunft kostenlos nutzen." Hierbei handelt es sich um sogenannte Hoaxes – das sind digitale Kettenbriefe, deren meist reißerische Inhalte reine Falschmeldungen sind. Wie gefährlich Hoaxes sind und was Sie dagegen tun können, erfahren Sie hier.

Woran erkenne ich einen Hoax?

Hoaxes (engl. für "Scherze", "Streiche") können ganz unterschiedliche Themen behandeln: Warnungen vor Computerviren oder vermeintlichen Gesundheitsrisiken, Horror-Storys, Verschwörungstheorien, Spendenaufrufe für Schwerkranke und vieles mehr. Alle diese Geschichten werden spektakulär dargestellt, basieren aber nicht auf Tatsachen – sie dienen als reines Lockmittel.

In einigen Fällen erkennen Sie Hoaxes nicht direkt, hier hilft eine einfache Suche im Internet. In anderen Fällen können Sie Falschmeldungen leicht entlarven: Oft wird etwas beschrieben, was auf diese Art überhaupt nicht möglich ist.

Folgende Anzeichen sollten die Alarmglocken klingeln lassen:

  • die Aufforderung, die Nachricht an möglichst viele Menschen weiterzuleiten
  • die Androhung von Konsequenzen, wenn Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen
  • keine oder falschen Quellenangaben, die zur Glaubwürdigkeit beitragen sollen
  • keine Angabe, wer den Text geschrieben hat
  • Zeitangaben wie "letzte Woche" oder "gestern", wobei nicht klar wird, wann genau gemeint ist

Die Struktur der Nachricht deutet in vielen Fällen darauf hin, dass sie oft kopiert und weitergeleitet wurde. Das erkennen Sie zum Beispiel daran, dass der Text keinerlei Formatierungen mehr aufweist oder in der E-Mail viele Empfänger aufgeführt sind.

Drei Beispiele für Hoaxes

"Wenn Du das teilst, schenkt Dir Mark Zuckerberg 4,5 Millionen Dollar": Schon seit ca. 1999 verbreitet sich das Gerücht, dass Unternehmen wie Facebook oder Microsoft Menschen ohne Grund Geld schenken. Dieser Hoax wurde zunächst als E-Mail verschickt und findet sich mittlerweile auch in den sozialen Netzwerken.*

 

"Wenn Sie diesen Bildschirmschoner herunterladen, werden Sie alles verlieren": Die Nachricht wurde als "Warnung" vor einer weiteren E-Mail mit einem schädlichen Dateianhang verschickt. Angeblich zerstört dieser Virus die Festplatte und entschlüsselt Passwörter.** Der Hoax ist in verschiedenen Abwandlungen im Internet unterwegs, zum Beispiel mit Warnungen vor gefährlichen Powerpoint-Präsentationen oder .exe-Dateien.

 

"Mit diesem Post lässt Du Facebook wissen, dass das Verbreiten von Inhalten aus Deinem Profil verboten ist": Auch mit diesem Text hat sich jemand einen Scherz erlaubt. Den Nutzungsbedingungen von Facebook stimmen Sie durch die bloße Anmeldung auf der Plattform zu, daran ändert ein solcher Post nichts. Die in der Statusnachricht angegebenen Paragraphen gibt es nicht oder sie beziehen sich eigentlich auf etwas anderes.

Wie gefährlich ist ein Hoax und wie kann ich mich schützen?

Die Hoax-Nachrichten selbst sind harmlos. Ratschläge und Handlungsempfehlungen sollten Sie einfach ignorieren. In einigen Warnungen über Computerschädlinge werden die Empfänger zum Beispiel dazu aufgefordert, bestimmte Systemdateien von Ihrem Rechner zu löschen. Angeblich schützen sie sich so vor den Auswirkungen. Dadurch erreichen sie allerdings genau das Gegenteil: Durch das Löschen wichtiger Dateien erzeugen sie womöglich selbst Sicherheitslücken in ihrem System oder machen es unbrauchbar.

Hinter Hoax-Nachrichten kann auch der Versuch stehen, an Kreditkartendaten, Benutzernamen und Passwörter heranzukommen. Schicken Sie daher niemals Ihre persönlichen Daten als Antwort zurück. Klicken Sie nicht auf enthaltene Links, denn dahinter könnte sich eine Phishing-Webseite verstecken, wie sie zum Beispiel für Social Engineering benutzt wird. Dateien im E-Mail-Anhang könnten Schadcode enthalten und sollten ebenfalls nicht geöffnet werden. Halten Sie Ihre Antivirus-Software stets aktuell, sodass Schädlinge im Falle eines Falles direkt erkannt werden.

Gerüchte sind eine weitere Art der Hoaxes und in einem anderen Sinne gefährlich: Sie können sich vor allem rufschädigend auf Firmen oder Einzelpersonen auswirken.

Was bezwecken die Versender?

In vielen Fällen spielen die Absender von Hoaxes einen Streich. Sie missbrauchen dabei die Gutgläubigkeit der Empfänger.

Diejenigen, die diese Nachrichten weiterleiten, gehen davon aus, ihren Mitmenschen einen Gefallen zu tun. Indem sie Freunde und Verwandte vor vermeintlichen Risiken und Gefahren warnen, verunsichern sie diese aber nur.

Lassen Sie sich nicht irritieren: Die Absender von Hoaxes streuen gezielt falsche Informationen.

Fake News – erfundene Geschichten als Meinungsverstärker

Was sind Fake News?

Bei Fake News handelt es sich um erfundene Nachrichten. Die Meldungen in sozialen Netzwerken und auf anderen Plattformen wirken meist echt, zum Beispiel wenn sie wie Artikel von etablierten Zeitungen aussehen. In den Fake News geht es um Personen des öffentlichen Lebens, Unternehmen oder sogar ganze Volksgruppen, denen etwas unterstellt wird. Wie bei Hoaxes legen die Verfasser es mit überraschenden, empörenden und skandalträchtigen Inhalten darauf an, starke Gefühle im Leser zu wecken: Wer ängstlich oder wütend ist, fällt schneller auf eine Lüge herein. Bestätigen die Fake News eine Meinung, die der jeweilige Leser bereits hat, werden sie gefährlich: Immer mehr Menschen fühlen sich durch die Falschmeldungen im Recht und nicht alleine mit ihren Ansichten. Auch Cyberkriminelle nutzen diese Masche mittlerweile, um Phishing-Links zu platzieren oder mit dem Klick auf die Meldung Schadsoftware zu verteilen.

Bots verbreiten die unechten Artikel

Nicht nur echte Nutzer, die die Fake News für wahr halten, teilen, liken oder kommentieren sie: Social Bots sind Computer-Programme, über die sich falsche Accounts bei Facebook, Twitter und Co. steuern lassen. Die Profile haben meist ein Profilbild und einige Freunde in ihrer Liste, aber nicht viel mehr. Achtung: Hinter Freundschaftsanfragen von Fremden kann sich tatsächlich ein Bot verstecken, der ihr Profil ausspäht und Kontakte sammelt, um einen echten Eindruck zu vermitteln.

Mithilfe der Software können die Betreiber gleichzeitig mehreren tausend solcher Bots befehlen, was sie tun sollen. Damit verfälschen sie das gesamte Stimmungsbild zu einem Thema im Internet und befeuern Debatten, die ihnen selbst entgegen kommen.

Was kann ich gegen Falschmeldungen im Netz tun?

Prüfen Sie jede E-Mail, Message und jeden Post in den sozialen Netzwerken, bevor Sie auf "Weiterleiten", "Gefällt mir" oder "Teilen" klicken. Ist die Aussage darin wirklich wahr? Eine Liste von Hoaxes finden Sie unter anderem auf den Infoseiten der TU Berlin. Social Media Experte Felix Beilharz listet acht der bekanntesten Facebook-Hoaxes auf. Weisen Sie denjenigen, der Ihnen eine solche Nachricht geschickt hat, auf die falschen Inhalte hin. So verbreiten sich Gerüchte und Falschmeldungen im Internet nicht weiter.