Backup leicht gemacht

Schützen Sie Ihre wichtigen Daten

G DATA Ratgeber

Nicht erst seit Erpressertrojaner die Rechner rund um den Globus in Atem halten, sind Backups unverzichtbar. Wie schnell ist versehentlich der Ordner mit den Urlaubsfotos unwiederbringlich gelöscht, oder die  Festplatte versagt nach vielen Jahren plötzlich Ihren Dienst? In solchen Fällen ist eine aktuelle Datensicherung unbezahlbar. Vielen ist das Thema eher lästig, bedeutet es doch, sich viele Gedanken zu machen: Wo soll ich die Daten sichern? Welche Software brauche ich dafür, und ist diese nicht furchtbar kompliziert? Wir zeigen Ihnen, was Sie wirklich beachten müssen – und nehmen dem Thema Backup den Schrecken.

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aller Nutzer machen höchstens einmal pro Jahr ein Backup

(Quelle: Backblaze)

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Smartphones werden pro Minute verloren oder gestohlen

(Quelle: World Backup Day)

Ein Backup zu erstellen bedeutet zunächst nichts weiter, als seine Daten auf einen anderen Datenträger zu kopieren. Fällt der ursprüngliche Datenträger aus oder werden die Daten manuell oder durch Malware gelöscht bzw. unbrauchbar, können sie von dem zweiten Datenträger wiederhergestellt werden. In der Unternehmenswelt sind Backups ein fester Bestandteil jeder IT-Infrastruktur, da ein unwiderruflicher Datenverlust nicht selten zur Geschäftsaufgabe führt. Im privaten Bereich sehen viele Nutzer Backups eher als optional an. Dabei hat jeder von uns wichtige Daten auf der Festplatte oder dem Smartphone, die er auf keinen Fall missen möchte: Wertvolle Erinnerungsfotos, die sich über Jahrzehnte angesammelt haben, eine beträchtliche Musiksammlung oder digitale Finanzunterlagen zum Beispiel. Trotz der ständig lauernden Gefahr eines Datenverlustes empfinden viele Nutzer das Thema Backup als lästig und schieben es vor sich her, bis es zu spät ist. Dabei gibt es mittlerweile viele Programme, die das regelmäßige Erstellen von Backups automatisieren und es dem Nutzer im Ernstfall mit nur wenigen Klicks erlauben, seine Daten wiederherzustellen.

Wo soll ich meine Backups ablegen? USB-Stick, externe Festplatte, die Cloud?

Das klassische Backup-Medium ist die externe Festplatte. Im Gegensatz zu USB-Sticks bietet sie ausreichend Platz für alle wichtigen Daten und geht nicht so schnell verloren. Zur Wiederherstellung kann sie dann einfach an jeden anderen Rechner gestöpselt werden. Einen großen Nachteil haben externe Festplatten und USB-Sticks aber gemein: Wird der Rechner von Erpressertrojanern befallen, verschlüsseln diese in der Regel auch angeschlossene Laufwerke, sodass das Backup anschließend genauso unbrauchbar ist wie der originale Datensatz. Wir empfehlen daher, die Daten zusätzlich in der Cloud zu sichern. So sind sie nicht nur vor Erpressertrojanern geschützt, sondern durch die externe Lagerung auch sicher vor höherer Gewalt – zum Beispiel bei einem Wohnungsbrand. Vorsicht: Manche Cloud-Dienste bieten die Möglichkeit, den Online-Speicher als lokalen Datenträger einzubinden. Ist dies der Fall, wird auch der Online-Speicher von einem Erpressertrojaner verschlüsselt! Sie sollten auf dieses kleine Plus an Komfort daher lieber verzichten.

Backups können auf verschiedene Arten angelegt werden. Je nach Methode braucht eine Datensicherung mehr oder weniger Platz. Da die unterschiedlichen Fachbegriffe auch in Software zur Datensicherung immer wieder auftauchen, haben wir die wichtigsten für Sie zusammengefasst.

Vollständiges Backup

Ein vollständiges Backup ist eine 1:1-Kopie Ihrer Daten. Diese Methode ist sehr speicherintensiv, da Daten immer vollständig und bei regelmäßiger Ausführung somit mehrfach gesichert werden. Natürlich können Sie ein altes vollständiges Backup auch einfach überschreiben – allerdings haben Sie so stets nur eine Sicherung des letzten Dateistandes. Ändern Sie beispielsweise ein Word-Dokument und überschreiben dann damit das alte Backup, können Sie nur noch auf diesen letzten Stand zurückgreifen, nicht auf verschiedene Zwischenversionen. Überschreiben Sie das Backup mit einer fehlerhaften Datei, ist diese dadurch unwiederbringlich verloren.

Inkrementelles Backup

Das inkrementelle Backup wird von vielen Backup-Programmen bevorzugt verwendet, wenn mehrere Zwischenversionen der Dateien gespeichert werden sollen. Zunächst wird eine Vollsicherung durchgeführt, anschließend werden regelmäßig alle Dateien gesichert, die sich seit der letzten Zwischensicherung geändert haben oder hinzugekommen sind. Auf den ersten Blick ist diese Methode platzsparender als ein differenzielles Backup, allerdings benötigen Sie zur vollständigen Wiederherstellung Ihrer Daten nicht nur die Vollsicherung , sondern auch sämtliche Zwischensicherungen.

Differenzielles Backup

Das differenzielle Backup funktioniert ähnlich wie das inkrementelle Backup: Zunächst wird eine vollständige Sicherung angelegt. Anschließend werden regelmäßig – zum Beispiel einmal täglich – alle Daten gesichert, die seit der letzten Vollsicherung geändert wurden oder neu hinzugekommen sind. Der Vorteil: Man benötigt nur die erste Vollsicherung sowie die letzte Teilsicherung, um alle Daten wiederherzustellen. Sie können die täglichen Zwischensicherungen also regelmäßig löschen, um Speicherplatz freizugeben – schließlich sind die darin enthaltenen Daten immer auch Teil der letzten Sicherung.

Am Beispiel der G DATA Total Security zeigen wir Ihnen, wie Sie in wenigen Schritten ein neues Backup anlegen. Wählen Sie dafür zunächst den Reiter Backup aus und klicken Sie auf "Neuer Auftrag...".

G DATA Total Security gibt Ihnen zwei Möglichkeiten zur Auswahl, um ein neues Backup anzulegen. Treffen Sie Ihre Wahl und klicken Sie auf "OK". In diesem Beispiel entscheiden wir uns für das "Datei-Backup", das eine gezielte Auswahl der zu sichernden Ordner und Dateien ermöglicht.

Setzen Sie zunächst einen Haken an jeden Ordner, der gesichert werden soll.

Klicken Sie links auf "Auswahl Ziel" und legen Sie fest, wo das Backup gespeichert werden soll. Es empfiehlt sich, einen externen Datenträger oder die Cloud auszuwählen – vermeiden Sie, das Backup auf der gleichen Festplatte abzulegen, auf der sich die Originaldaten befinden. Wir entscheiden uns für ein Cloud-Backup.

Wählen Sie links den Menüpunkt "Zeitplan" und legen Sie fest, wie oft das Backup durchgeführt werden soll. Wir entscheiden uns im Beispiel für ein monatliches Vollbackup, unterstützt von einem täglichen differenziellen Backup.

Klicken Sie links auf den Menüpunkt "Optionen". Hier können Sie zahlreiche Eigenschaften des Backups an Ihre Bedürfnisse anpassen. Um Platz und Zeit zu sparen, können Sie beispielsweise temporäre Dateien beim Sichern der Daten automatisch überspringen. Haben Sie alle Einstellungen vorgenommen, klicken Sie auf "OK".

Geschafft! Das Backup wird jetzt gemäß Ihrer Einstellungen in regelmäßigen Abständen ausgeführt. Übrigens: Möchten Sie nicht bis zur nächsten automatischen Ausführung warten, können Sie das Backup auch jederzeit manuell anstoßen. Klicken Sie dazu rechts neben dem Namen des Backups auf das Backup-Symbol...

...und klicken Sie abschließend auf "Ja". Das Backup wird sofort ausgeführt und folgt danach wieder wie gewohnt Ihrem festgelegten Zeitplan.

Handy-Daten sichern mit Google Drive und iCloud

Natürlich sollten Sie auch die Daten Ihres Smartphones oder Tablets regelmäßig sichern – schließlich tragen Sie Erinnerungsfotos, Nachrichten von Freunden und viele andere persönliche Dinge immer mit sich herum. Gleichzeitig geht ein Mobilgerät schnell verloren, was die Gefahr für Datenverlust zusätzlich erhöht. Falls Sie ein Smartphone mit Android-Betriebssystem nutzen, können Sie die meisten Daten bequem in Googles Cloud-Dienst "Google Drive" speichern. Rufen Sie dazu das Einstellungs-Menü Ihres Smartphones auf, klicken Sie auf "Konten" und anschließend auf "Google". Hier können Sie bequem einzeln auswählen, welche Daten Sie automatisch in der Google-Cloud sichern möchten. Auch einige Drittanbieter-Apps nutzen Google Drive, um Daten zu sichern – zum Beispiel der beliebte Messenger WhatsApp, der ein Backup aller Nachrichten in Googles Online-Speicher erlaubt. Um Ihre Daten auf einem anderen Gerät wiederherzustellen, melden Sie sich einfach mit dem gleichen Google-Konto an, und Google Drive synchronisiert Ihre Inhalte aus der Cloud auf Ihr neues Gerät. Das ist nicht nur praktisch bei Datenverlust, sondern auch, wenn Sie sich ein neues Smartphone oder Tablet gekauft haben.

Auch Apple bietet eine bequeme Möglichkeit, die Daten Ihres iPhone oder iPad zu sichern – hier hört der hauseigene Cloud-Speicher auf den Namen "iCloud". Tippen Sie in den Einstellungen auf Ihren Account-Namen und anschließend auf "iCloud". Wie bei Android können Sie die zu sichernden Daten einzeln an- und abwählen. Die Wiederherstellung funktioniert ebenso einfach: Melden Sie sich auf einem neuen iPhone oder iPad mit der gleichen Apple ID an, und schon werden Ihre Daten aus der Cloud auf das neue Gerät synchronisiert. Alternativ haben Sie bei Apple auch die Möglichkeit, Ihr Gerät per USB an Ihren Rechner anzuschließen und ein lokales Backup über die iTunes-Software anzulegen.

Android-Screenshot: Synchronisation mit Google Drive
iOS-Screenshot: Synchronisation mit iCloud

Simon Weiss
Online-Redakteur

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