Was ist eigentlich

ein Zombie-PC?

 

 

 

Zombies! An was denken Sie jetzt? An lebende Leichen, die sich nachts auf Friedhöfen herumtreiben? An die Endzeitstimmung aus "The Walking Dead"? Was alle Zombies aus dem Fernsehen gemein haben, ist, dass sie nur noch an eines denken können: Menschenfleisch. Gespannt verfolgen die Zuschauer, wie Scharen von willenlosen Untoten über die TV-Bildschirme ziehen und wähnen sich auf der heimischen Couch in Sicherheit – während im Internet digitale Zombies ihr Unwesen treiben und wie ferngesteuert Attacken ausführen. Wir zeigen Ihnen, was die Zombies aus Film und Fernsehen mit den Cyber-Zombies gemeinsam haben.

Wie wird mein Rechner zum Zombie-PC?

Cyber-Zombies fressen zwar keine Gehirne, dennoch sind sie gefährlich. Ein Zombie-PC ist ein Rechner, der fremdgesteuert Aktionen ausführt, die vom eigentlichen Benutzer nicht beabsichtigt sind. Möglich wird diese Manipulation beispielsweise durch einen Drive-by-Download, bei dem der Nutzer unwissentlich Schadsoftware herunterlädt – einfach nur durch den Besuch einer präparierten Website. Gelangt auf diese Weise eine sogenannte Backdoor auf den Computer, können Kriminelle durch diese digitale Hintertür in das System eindringen und den PC fernsteuern. Wegen der auffälligen Parallelen zwischen den Hollywood-Untoten ohne eigenen Willen und den ferngesteuerten Rechnern nennen Security-Experten diese Computer auch Zombies. 

Zombie-PC? Ist das nicht ein Bot?

Ein Zombie-PC wird auch als Bot bezeichnet – und ein Zusammenschluss aus einzelnen Bots als Botnetz. Das Geflecht aus Rechnern kann gigantische Ausmaße annehmen: Manchmal hängen tausende, teilweise sogar mehrere Millionen von Zombies in einem Netz zusammen. BredoLab, eines der größten Botnetze, umfasst mehr als 30 Millionen einzelne Geräte. Allein dieses Netz versammelt zehn Mal so viele Cyber-Zombies wie Menschen in Berlin leben.

Und was machen solche Botnetze?

Der sogenannte Botmaster ist, bildlich gesprochen, der Puppenspieler, der die Fäden der PC-Marionetten zieht. Er steuert die einzelnen Zombies über seinen Rechner und sagt ihnen, was sie tun sollen. So werden einige darauf programmiert, große Mengen an Spam zu versenden. Andere Bots spionieren die Nutzer aus, werden zu Sniffern. Diese senden die erbeuteten Daten, Kreditkarteninformationen oder Passwörter an ein vom Botmaster definiertes Ziel. Die Informationen werden auf dem Internet-Schwarzmarkt zum Kauf angeboten – oder direkt zum Plündern fremder Konten genutzt. So gelang es einer brasilianischen Gang, knapp fünf Millionen Dollar von fremden Konten abzuheben. Doch das Ausspionieren von Daten ist nur eine Verwendung eines Botnetzes: Kriminelle nutzen die Zombies für viele verschiedene Aktivitäten, zum Beispiel für DDoS-Attacken, die Server oder Rechner bewusst überlasten. In einschlägigen Foren werden derartige Bot-Angriffe offen als Dienstleistung angeboten.