Hacker School bei G DATA: Früh übt sich, was ein Programmierer werden will

05.03.2020
G DATA Blog

Programmieren ist cool! Diese Erfahrung machten am vergangenen Wochenende 29 Jungs und Mädchen bei der ersten Hacker School in Bochum auf dem G DATA Campus. Wir haben einen Blick ins Klassenzimmer geworfen.

Wer geht schon gerne in die Schule? Und das auch noch am Wochenende? Was für viele Eltern und erst recht für noch mehr Kinder nach einer Utopie klingt, wurde am letzten Februar-Wochenende in Bochum Wirklichkeit. Auf dem G DATA Campus kamen 29 Kinder zwischen 11 und 18 Jahren zusammen, um programmieren zu lernen. Die Hacker School öffnete erstmals ihren Türen in Bochum. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde und der Präsentation ging es auch direkt an die Laptops. In Zweier-Teams arbeiteten die Jugendlichen an unterschiedlichen Projekten. Bei Fragen konnten sie sich jederzeit an einen der sechs Inspirer, wie die Lehrer der Hacker-School heißen, wenden.

„In der Schule habe ich bereits seit anderthalb Jahren Informatik und arbeite dort mit Java und BlueJ. Bei der Hacker School haben uns die Inspirer immer dann geholfen, wenn wir Hilfe benötigt haben - ohne dass sie uns direkt die Lösung verraten haben. Besonders gut hat mir gefallen, dass alle Aufgaben lösbar waren.“

Tessa, Schülerin (15 Jahre)

„Es hat mich überrascht, dass schon viele Kinder erste Programmier-Erfahrungen haben. Einige waren daher recht schnell mit unseren Aufgaben durch, sodass wir diesen Kindern am zweiten Tag noch neue Aufgaben geben konnten. Mich hat an beiden Tagen beeindruckt, welche Fragen die Jugendlichen uns gestellt haben und mit welcher Kreativität sie an die Aufgaben herangegangen sind. Die hatten Ideen, die wir in der Vorbereitung nicht hatten. Das Wochenende hat sehr viel Spaß gemacht.

Stefan, Inspirer von G DATA CyberDefense

Sichere Passwörter

Die Aufgaben reflektierten das Kerngeschäft des Gastgebers: IT-Sicherheit. So nehmen die Jugendlichen über das Programmieren hinaus noch etwas mit für den Alltag und verstehen, welche Bedeutung IT-Sicherheit hat. Die Jugendlichen hatten die Möglichkeit, einen Passwort-Generator für sichere Kennwörter zu programmieren. Die Länge und Komplexität konnten sie dabei mit einfachen Regeln selbst bestimmen. Aber auch ein Passwort-Cracker stand auf dem Stundenplan. Mit diesem lassen sich Kennwörter hacken - je einfacher ein solches Passwort ist, desto schneller ist es zu knacken. Die jungen Programmierer konnten dabei verschiedene Dinge ausprobieren. Entweder ließen sich die Passwörter mit einer Dictionary-Attacke oder mit einem Brute-Force-Angriff knacken. Bei einer Dictionary-Attacke trägt das Programm nacheinander und vollautomatisch oft verwendete, einfache Passwörter wie „Passwort“ oder „12345“ in das Anmeldefeld ein – bis es die richtige Passphrase oder den richtigen PIN gefunden hat. Bei einer Brute-Force-Attacke probiert das Programm in schneller Abfolge automatisierte Zeichenfolgen, bis der Zugang gewährt wird. Los geht es etwa mit „0000“ über „0001“ und „0002“ bis zu „9999“. Darüber hinaus konnten die Teilnehmer der Hacker-School eine Webseite gestalten und auf dieser Seite einen Altersrechner implementieren.

„Ich habe bereits zum vierten Mal an der Hacker School teilgenommen, weil immer neue und interessante Themen angeboten werden. So habe ich schon eine Rasberry Pi programmiert und mit Python und Scratch gearbeitet. Zuhause programmiere ich auch und arbeite mit Python, Java und C#. Nach der Schule will ich unbedingt Informatik studieren. In Bochum konnten wir direkt loslegen und selbstständig arbeiten – das fand ich gut.“

Kiron, Schüler (14 Jahre)

„Ich habe heute gerne mein Wissen weitergegeben und freue mich, wenn Kinder sich für das Programmieren begeistern. Überrascht hat es mich, wie gut einige Kinder schon programmieren können. Andere haben heute die ersten Programmier-Schritte gemacht und sehr schnell gelernt. Das fand ich beeindruckend.“

Philipp, Inspirer von G DATA CyberDefense

„Wir haben heute einen Passwort-Generator gebaut, der sichere Passwörter kreiert. Ich finde es erstaunlich, dass wir alleine mit Buchstaben ein sicheres Kennwort erstellen konnten. Den Passwort-Generator werde ich jetzt zuhause nutzen und meine Kennwörter noch sicherer machen. Vielleicht helfe ich auch meinen Eltern bei deren Passwörtern.“

Julian, Schüler (12 Jahre)

Lernen, wie Profis arbeiten

Ein wichtiger Ansatz der Hacker School: Die teilnehmenden Kinder erhalten einen realistischen Einblick in die Themen, die ihnen später auch im Informatiker-Leben begegnen und bei G DATA zum Alltag gehören. Als Development Environment kam an diesem Wochenende Visa Studio Code zum Einsatz. Der Vorteil: Der Quelltext-Editor von Microsoft ist gratis, sodass die Kinder damit auch Zuhause weiterarbeiten können. Bei den Passwort-Aufgaben kam die Programmiersprach C# zum Einsatz. Auch bei G DATA gehört diese Sprache zum Standard-Repertoire. Darüber hinaus nutzen die Jugendliche mit JavaScript, HTML und CSS die typischen Webtechnologien. Im Rahmen der Hacker School lernten die Jungs und Mädchen erste Feinheiten beim Programmieren, was Schleifen sind und wie bedingte Verzeigungen funktionieren.

Programmieren lernen

Die Hacker School ist ein gemeinnütziger Verein aus Hamburg. Gegründet 2014 und seit 2018 in Nordrhein-Westfalen aktiv. Die Organisation gibt Kindern und Jugendlichen spannende Einblicke in die vielfältigen Facetten des Programmierens, zeigt ihnen, was man alles selbst am Computer gestalten kann und vermittelt ihnen auf diesem Weg digitale Kompetenzen. Denn als Anwender sind die Kids von heute echte Profis. Schließlich werden sie damit groß, dass Computer, Internet und Smartphones unser tägliches Leben bestimmen. Doch wie die alltäglich gewordenen Technologien genau funktionieren und was dahintersteckt, bleibt den Kindern und Jugendlichen oft verschlossen. Aber in der Schule spielt die IT-Grundausbildung nur eine Nebenrolle.

Mit ihrem Angebot führt die Hacker School Kinder auch ohne Vorerfahrung an das Programmieren heran. Die Themen sind breitgefächert. Hier haben die Firmen und Inspirer freie Hand. Das Spektrum deckt die gesamte Bandbreite der IT ab – von der Arbeit mit Microbits wie dem Rasperry PI, dem Bau einer Wetterstation, die Sprachsteuerung bei Alexa programmieren bis hin zu Webseiten mit HTML oder CSS gestalten. In einem Kurs haben die Teilnehmer sogar einen Computer auseinandergenommen und anschließend wieder zusammengesetzt.

Mittlerweile steigt auch bei IT-Firmen das Interesse an der Hacker-School. Die Idee, Wissen weiterzugeben, findet immer mehr Anklang. Da engagieren sich die Mitarbeiter gerne auch an den Wochenenden, um den Nachwuchs zu begeistern. Die Organisation übernimmt die Hacker School.

„Jeder junge Mensch soll in seiner Bildungslaufbahn mindestens eine Zeile Code geschrieben haben, wissen, wie Computer und Programme aufgebaut sind und ausprobieren, ob IT etwas für die persönliche Zukunft ist. Das Interesse an der Hacker School ist riesig. Manche Teilnehmer reisen zum Teil über 100 Kilometer, um an einem Kurs teilzunehmen. Alle Veranstaltungen sind einsteigerfreundlich und kein Wochenende gleicht dem anderen. Das Feedback der Teilnehmer und der Inspirer ist immer sehr gut. Insbesondere die praxisnahe Umsetzung gefällt allen."

Cleo, Regionalleiterin NRW bei der Hacker-School

Stefan Karpenstein
Public Relations Manager

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